​Tango de la vida

oder wie Dein Schicksal mit Dir tanzt

Was ist das Schicksal?

Sal ist ein altes Wort für „Heil“ oder „Heilung“. Schicksal schickt also Heil zu denen, die ihr Schicksal annehmen. Damit ist Schicksal eigentlich etwas sehr Schönes, und nichts, was man ertragen muss. Auch wenn viele davon sprechen, ihr Schicksal lediglich zu ertragen.  Oder – noch deprimierender – „Ihr Kreuz zu tragen“. Damit wird die Botschaft der Bibel ins Gegenteil verdreht. So hat er das damals bestimmt nicht gemeint, der Jesus. Denn er hatte die Botschaft der Liebe zu verkünden. Der allumfassenden, bedingungslosen Liebe für die gesamte Schöpfung. Eingeschlossen die, die ihn gefoltert und ans Kreuz geschlagen haben. Er lebte diese Liebe aus ganzem Herzen.

Budda ging nicht „den Weg der Weisheit“ sondern „den Weg zur Weisheit“.

Doch selbst die Wege dieser beiden waren nicht geradlinig. Sie steuerten nicht einfach auf ihr Ziel zu. Aber sie nahmen ihr Schicksal bedingungslos an und folgten ihrem Gefühl auf gewundenen Pfaden bis ins Ziel.

Das berühmte Zitat von Konfuzius „Der Weg ist das Ziel“ deute ich als Tango Argentino Tänzer wie folgt:

Folge deinem Schicksal.
Gib dich ganz deinem Leben hin.
Schließe die Augen und lass dich führen.
Sei ganz der / die Folgende.

Versuche nicht, die Führung zu übernehmen.
Du weißt ja nicht, was dein Weg für dich bereithält.
Das weiß nur dein Schicksal.
Du kannst auf der Tanzfläche nicht viel erkennen.
Mehr würde dich auch nur vom Folgen ablenken.

Aber du hast natürlich die Freiheit, alles anders zu machen.
Nur wird dein Leben dann kein schöner Tanz.
Es kann dann sehr anstrengend und quälend sein, dein Leben.

Wie im Tango ist es natürlich überhaupt nicht leicht, die Kontrolle über sein Leben aufzugeben und seinem Herzen zu folgen.

Das heißt aber nicht, dass man völlig unkontrolliert durch sein Leben stolpern soll. Auch die Folgende kontrolliert ihre Bewegungen und stimmt sie ab mit der Musik. Aber der Führende führt sie über die Tanzfläche und gibt der Folgenden die Gelegenheit, sich nur um ihren eigenen Ausdruck zu kümmern.

Den Rest übernimmt dein Schicksal. Es hat für dein Leben bereits viele Begegnungen vorbereitet. Viele Wege sind da, die du gehen kannst, um dein nächstes Ziel zu erreichen. Das du meistens gar nicht so genau kennst. Du hast die Freiheit, zu wählen, welchen Weg du nimmst.

Manche Wege erweisen sich als Sackgasse. Dann musst du umkehren und es noch einmal mit einem anderen Weg versuchen.

Die einen Wege sind anstrengend, aber dafür schneller. Andere leicht, aber langsamer.

Wenn du von deinem Ziel abweichst, warnt dich dein Herz. Erst ganz leicht und sanft, dann stärker. Reagierst du dann immer noch nicht und entfernst dich immer weiter von deinem Ziel, dann wirst du irgendwann unglücklich. Das kann zu Depressionen oder anderen schweren Krankheiten führen.

Wenn du auf deinem Weg bist, wird es oft ganz leicht für dich. Du hast Spaß am Leben. Das heißt nicht, dass dieser Weg der passende für alle andere aus deinem Umfeld, deiner Familie, der deines Partners ist.

Es ist DEIN Weg. Nur für dich. Andere mögen ihn schrecklich finden, deinen Weg. Oder langweilig. Wichtig ist nur, wie DU deinen Weg siehst, was du empfindest, was dir dein Herz dir über deinen Weg mitteilt.

Bewegst du dich in der richtigen Richtung weiter oder irrst du umher? Hast die Orientierung verloren? Dann suche die Stille und höre in dich hinein, fühle, was dein Herz dir sagen will. Besinne dich auf dich selbst. Nur du selbst kannst erkennen, wo dein Weg ist. Dein Herz wird dir die Richtung zeigen. Vertraue auf dein Herz, lass dich führen.

An diesem Text habe ich nur weitergeschrieben, wenn es mir leicht fiel. Wenn ich mit den Worten ringen musste, habe ich die Arbeit beendet. Denn dann kamen die Worte aus meinem Verstand und nicht aus meinem Herzen. Ich habe die Worte des Verstandes immer nur als Ideen notiert. Das Herz ist viel besser in der Beurteilung, was wichtig ist, und wie man das Wichtige dann den anderen mitteilen kann. So, dass sie auch zuhören und verstehen können.

Wie beim Tango ist der Verstand auch im Leben oft hinderlich. Das heißt wiederum nicht, dass man den Verstand abschalten sollte. Aber man sollte alles noch einmal mit dem Herzen kontrollieren, was der Verstand vorgibt.

Ich folge im Zweifel jetzt immer meinem Herzen, wenn Verstand und Herz sich nicht einig sind. Und das hat sich bewährt. Wer es schafft, sein Herz weit zu öffnen, der fühlt augenblicklich, was das Herz zu einem Bild, einer Entscheidung oder was auch immer mitzuteilen hat. Das gilt natürlich ganz besonders für die Begegnung mit anderen Menschen.

Tango ist ein guter Anfang, sein Herz zu öffnen und wenigstens für kurze Zeit einmal die Kontrolle durch den Verstand abzuschalten und nur aus dem Gefühl zu leben. Nur dazusein und zu tanzen. Ohne Gedanken an die Vergangenheit oder die Zukunft. Optimalerweise ganz ohne irgendwelche Gedanken und Absichten. Das ist mir erst einmal gelungen. Aber nicht beim Tango, sondern bei einem Basketballspiel. Es war wirklich magisch. Und meine Trefferquote war viel höher als sonst.

Wer es schafft, das in seinem Leben mehr und mehr umzusetzen, der wird immer glücklicher werden. Der Weg kann mühsam und schmerzhaft sein, wie bei mir. Aber es lohnt sich!

Also lasst uns alle mit dem Leben Tango tanzen!

——-

„Tango de la vida“ ist die nun die richtige Übersetzung von „Tango des Lebens“. Ich kann allerdings gar kein Spanisch. Dank an Kunterbunt für die Korrektur!

11 Gedanken zu “​Tango de la vida

  1. „An diesem Text habe ich nur weitergeschrieben, wenn es mir leicht fiel. Wenn ich mit den Worten ringen musste, habe ich die Arbeit beendet. Denn dann kamen die Worte aus meinem Verstand und nicht aus meinem Herzen. Ich habe die Worte des Verstandes immer nur als Ideen notiert. Das Herz ist viel besser in der Beurteilung, was wichtig ist, und wie man das Wichtige dann den anderen mitteilen kann.“
    Geht mir auch so. Die besten Einfälle scheinen aus dem Nichts zu kommen. Wenn man sie ignoriert und sie wichtig sind, kommen sie zurück. Je nach Relevanz sitze ich da und fühle beim Texten in jedes Wort hinein, ob es von der Bedeutung her und energetisch stimmig ist.

    Gefällt mir

  2. Lieber Autor.
    Ich habe gelesen bis zur Bemerkung, dass der Joshua ans Kreuz geschlagen worden sei.
    Das wurde er materiell nicht. Danach gedanklich 2000 Jahre lang freilich schon, denn man sagte, dass er ans Kreuz geschlagen worden sei, und so dachte man, dass er ans Kreuz geschlagen worden sei, und dieses „der liebe Jesus wurde gekreuzigt“ wurde zu einem mächtigen Gedankenfels – oh, hübscher Verschreiber, danke, tüchtige Fingerleinfreunde – wurde zu einem mächtigen Gedanken………ich staune….! Das ursprünglich geschrieben haben wollende Wort fällt mir ums Verrecken schon gar nicht mehr ein. Ok. Gedankenfels passt genau.
    Darf ich?
    Ja? Danke:
    https://bumibahagia.com/2015/08/02/wie-es-zur-folgenschweren-sage-des-kreuzestodes-kam/

    Bah, immer weniger indoktrinierend mir wichtig, aber am fast Ende der Skala erheiternd. Für mich jedenfalls.

    Gefällt mir

  3. Thom

    Da hast du natürlich Recht, mit dem Joshua. Aber als ich das geschrieben habe, da wusste ich das noch nicht. Und man muss sehr aufpassen, dass man nicht aus alter Gewohnheit solche wirklich fatalen falschen Redewendungen benutzt. Ich wollte damit nur die Kraft seiner Liebe zeigen.

    Aber du darfst den Beitrag ruhig bis zum Ende lesen.

    Gefällt mir

    • LoL
      Da bin ich doch seer beruhichdd, datt ich jedde daaf.
      Da lauern also nicht Skorpions, Schlangs und Höllenhunde, wenn skeptisch Lesender sich durch die Zeilen schleichet? Bitte versichere das mir mit Rückversicherung auf Leben bei erfolgt sein solletem Tode meiner sterbelichen Hülle, auszahlbar die Summe drüben im Paradeis. Ich habe nämlich vernommen, dass die dort Geld eingeführt haben sollen. Ein Eis ein Juro. Ziehgaretten vier Juro. Also nicht so teuer, aber ohne Portmonee ist dort kalter Schnee neuerdings. Wo geht es denn nun lang zum wirklichen Paradies?
      Sorry, ich hör auf und geh pennen, sind haargenau 12 Uhren hier und die Geister poltern schon unjeduldich an die Tür‘.

      Gefällt mir

  4. Ohhh… ich kann mich nicht zurück halten…
    ist und war mir das Tanzen, ob nun Tango, Afro-Dance oder Disco-Zappeln, das Größte und Schönste in meinem ganzen Leben, indem ich GANZ rein ICH war und ICH BIN. Nirgendwo habe oder konnte ICH mich so sehr EINS fühlen mit mir SELBST, der Musik und der Welt, wie im Tanz. Wenn ich beim tanzen die Augen schloss und in völliger Hingabe zur Musik, alle Peinlichkeit vergaß, dann durchströmten mich die unbeschreiblichsten Gefühle, einem Orgasmus gleich. Nicht ICH tanzte… die Musik, der Rhythmus, der Klang „tanzte“ MICH!
    Dein Gleichnis mit dem Schiksal, liebster jpg65, kommt mir so nah… das mir die Worte fehlen… und ich mich glatt zu einem Tanz mit Dir aufgefordert fühle.
    it makes me completely in LOVE

    Gefällt mir

    • Diese ekstatischen Gefühle sind übrigens der Sinn des Tanzens. Für mich jedenfalls, aber da muss man erst einmal hinkommen, das ist nicht so leicht. Ich war noch nicht ganz da…

      Gefällt mir

  5. Heija ihr Lieben
    Im Tanz kann ich mich öffnen und alles andere Vergessen. No one beschreibt es so, wie ich es auch erlebe.
    Es gibt Tage an denen ich Erdung brauche, und da ist die Musik der Indianer ein gutes Mittel für mich, um wieder mit Patcha Mama in Verbindung zu treten.
    Wenn`s mich packt zu Tanzen, dann ist es „Scheiss mir Egal“, wo und wann ich Tanze. Das kann dann auch mal mitten in der Stadt sein, wenn ein Musikus sein Bestes von sich gibt 😀
    Ishani Diana

    Gefällt mir

    • Lieber dschiipiiaarsixtifäif

      Auch ich habe meine äh Tagesformen und „Ncht so – formen“. War wohl weiter oben, eh, zum Zeitpunkt meiner Schreiberei, nicht grad so auf der so Gen annt posi tiefen Seite.
      Du verzeihst mir, dankbar bin icke.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s